Die Ballade vom unglücklichen Gold

 

Komm und folge meinen Schritten,
die alten Stufen tief hinab.
Du willst mich um Schätze bitten?
Ich zeige dir ein seltsam Grab.

In dem tiefsten aller Räume,
wo sich nur die Zeit bewegt,
steht ein Stein voll Menschenträume
aus Gold und Silber reich bedeckt.

Und betrachte dir die Gaben,
doch berühre sie nur nicht,
all die Artefakte tragen
Tod und Verderben im Gesicht.

Siehst du in dies‘ Becher Grund
glitzernd zartestes Kristall?
Ihn berührte eines Königs bleicher Mund
aus Begehren vergiftet von seinem Vasall.

Selbst Geweihtes entfachte das Verlangen,
verwandelt sanften Blick in Gier
und weckt die aller dunkelsten Gedanken,
so wie jetzt in dir.

Ich weiß nicht, welche seltsam Gnade
sie hierher bringt und lässt sie ruhen
in ihrem stillen, dunklen Grabe
weitab von aller Menschen Tun.

Verschließen wir das schwere Tor
und entfernen uns, bevor
erneut erscheint in stiller Glut
ein goldnes Ding, benetzt mit Blut.

 

... ein goldenes Ding

 

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